Seit 75 Jahren dreht sich alles um den Apfel
14.09.2018, fb – Wirtschaft

Es dürften wohl so ungefähr 18.000 Obstbäume sein, genau gezählt hat die noch niemand. Manche Apfelsorten stehen eben dichter zusammen als andere oder als Birnenbäume. Und es kommen ja immer mal wieder neue hinzu, andere fallen weg. Die erste Apfelplantage jedenfalls, gut ein halbes Hektar groß, hat Albert Wedemeier in Iber 1943 noch mit Sorten angelegt, die heute kaum jemand mehr kennt. Der Landwirt hatte nach strengen Wintern entdeckt, dass an den Nordosthängen der Ahlsburg kaum Frostschäden auftraten. Das wollte er nutzen. Damit hat er vor 75 Jahren den Grundstein des Obstbau-Betriebes in der südlichsten Einbecker Ortschaft gelegt, durch den das Familienunternehmen jetzt sein Jubiläum feiern kann. Die inzwischen sechste Wedemeier-Generation, die kleine Leonie, ist erst vor zwei Wochen geboren.

Etwa 30 Hektar groß ist der Betrieb heute, auf 11,2 Hektar wird Kernobst angebaut, also Äpfel und Birnen. Die Brüder Wilfried und Markus Wedemeier führen das Unternehmen seit 2002 gemeinsam. Zu sechs festen Mitarbeitern kommen in der Saison mehr als 20 Beschäftigte, die bei der Ernte helfen. Die beginnt inzwischen im Jahreslauf mit den Erdbeeren, die Wedemeiers wie auch Kirschen zum Selbstpflücken anbieten. Die Apfelernte fällt im Jubiläumsjahr nur mäßig aus, durch Trockenheit und vor allem Sonnenbrand gibt es weniger Äpfel, die verwertet werden können. Aus Sonnenbrand-Äpfel kann nicht mal Saft gepresst werden. Auf zehn bis 20 Prozent schätzt Wilfried Wedemeier den Ausfall.

Das Unternehmen baut zwar längst auch Steinobst wie Kirschen und Pflaumen, Beeren, Kohl, Möhren, Sellerie und Kartoffeln an. Der Apfel bleibt jedoch der Star. Nicht allein wegen der Menge, die Wedemeiers regelmäßig im Hofladen, über Verkaufswagen und seit 1948 auch auf dem Northeimer Wochenmarkt ihren Kunden anbieten. Zu einem Drittel bauen Wedemeiers die lagerbare Sorte Elstar an, aber auch neue Sorten wie den besonders für Allergiker geeigneten Topaz. „Der geht vor allem in Göttingen gut auf dem Wochenmarkt“, sagt Christian Wedemeier.

Wo wachsen die Äpfel? Wie werden diese gelagert, damit sie lange haltbar bleiben? Wo wird das Obst sortiert? Das und vieles mehr können Besucher zum 75. Geburtstag des Obstbau-Betriebes Wedemeier am Sonntag, 23. September, bei einem Hoffest in Iber erfahren. Nach einem Erntedankgottesdienst (10 Uhr) startet um 11 Uhr das ganztägige Programm mit Plantagen-Rundfahrten, Betriebsführungen, Apfelverkostungen und einigem mehr. Von 13 bis 15 Uhr spielt der Musikzug Thüdinghausen. Für regionale Köstlichkeiten und Getränke sorgen die örtlichen Vereine und Kooperationspartner aus dem Regionalen Erzeugerverband Südniedersachsen: das Einbecker Mostwerk, das Salzderheldener Wiesenei und Bäckerei Binnewies. Die Feuerwehr wird zu den Parkflächen auf abgeernteten Äckern den Weg weisen; es soll mehr Flächen geben und besser ausgeschildert werden als vor einem Jahr beim Regionaltag. Besucher aus dem Raum Northeim sollten wegen der Straßensperrung in Stöckheim über Moringen nach Iber fahren.

Video: Regionaltag 2017 auf dem Hof Wedemeier in Iber.