Stabile Straftatenzahl im Landkreis Northeim
06.03.2019, fb – Politik

Kaum Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr gab es bei den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im Landkreis Northeim. Mit 21 Straftaten mehr als 2017 lag die Fallzahl im vergangenen Jahr nahezu stabil bei 6692 Taten, Polizeichef Hans Walter Rusteberg konnte wieder bilanzieren, dass der Landkreis Northeim zu den sichersten Regionen in Niedersachsen zählt.

Die Aufklärungsquote von 67,62 Prozent konnte die Polizei 2018 wieder auf einem hohen Niveau halten, sie liegt erneut deutlich über dem Landesschnitt (62,81 Prozent). Im Landkreis Northeim sind aktuell rund 260 Polizeibeamte tätig, insgesamt hat die Polizei 300 Mitarbeiter, sagten Polizeidirektor Hans Walter Rusteberg und der Leiter des 1. Fachkommissariats, Erster Kriminalhauptkommissar Lutz Exner, bei der Präsentation der Polizeilichen Kriminalstatistik.

Ein großes Augenmerk bei der Aufklärung und Prävention legt die Polizei auf die Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. In der Statistik tauchen Enkel-Trick, Schockanrufe, Glas-Wasser-Trick oder die Anrufe, in denen Täter vorgeben Polizeibeamte zu sein, an verschiedenen Stellen auf. "Diese Taten sind absolut verwerflich", sagte Hans Walter Rusteberg. Leider passierten solche Taten weiterhin Tag für Tag, obwohl die Polizei seit Jahren vor diesen Tricks warne. Das Dunkelfeld sei groß, vermutet die Polizei. Viele schämten sich, gefühlsmäßig ausgenutzt worden zu sein und um Ersparnisse oftmals in großer Höhe gebracht worden zu sein. Rusteberg wies erneut darauf hin, dass die Polizei sich stets ausweisen könne, nie nach Geldverstecken oder ähnlichen Dingen frage, schon gar nicht am Telefon.

Sorge macht der Polizei der Anstieg bei Straftaten gegen Polizeibeamte. "Diesen Trend in der Gesellschaft, dass das Gewaltmonopol der Polizei in Frage gestellt wird, müssen wir stoppen", sagte Rusteberg. 2018 stieg die Zahl
um weitere elf Fälle auf 48 an. 2018 wurden zum ersten Mal die gleichgelagerten Straftaten gegen Einsatzkräfte von Rettungsdiensten und Freiwilligen Feuerwehren erfasst. In zwei Fällen wurden die Retter im Einsatz bedroht und zudem noch vier Mal Opfer einer Körperverletzung. Inakzeptabel sei, dass Menschen angegriffen würden, die anderen zur Hilfe kommen wollen.

Im vergangenen Jahr hat die Polizeiinspektion Northeim in sieben Todesfällen ermittelt, alle konnten aufgeklärt werden, einige Taten werden zurzeit vor Gericht verhandelt. Insgesamt vier Mordkommissionen seien 2018 auch personell belastend gewesen, sagte Lutz Exner, Chef des für Mord und Totschlag zuständigen Fachkommissariats. In insgesamt 246 Todesfällen hat die Polizei im vergangenen Jahr feststellen müssen, ob es sich um natürliche Todesumstände handele oder ob eine Straftat vorlag.