Stadtwerke: Gebühr für Wohnmobile, Investitionen in Strom- und Wasserversorgung
18.04.2016, Frank Bertram – Sonstiges, Wirtschaft, Politik

18.04.2016, fb. Die Stadtwerke Einbeck investieren in diesem Jahr rund vier Millionen Euro. Mehr als eine Million Euro davon gehen in außerordentliche Unterhaltungsmaßnahmen, erklärte Geschäftsführer Bernd Cranen. Im vergangenen Jahr hatten die Stadtwerke rund 13,5 Millionen Euro investiert, allein 9,7 Millionen Euro entfielen dabei jedoch auf den Bereich Strom und damit auf die Übernahme der Stromnetze. Die Stadtwerke haben zum 1. Januar 2016 die noch verbliebenen 17 Ortsteile der Stadt Einbeck übernommen und versorgen seitdem alle 46 Ortschaften. "Nacharbeiten in fast allen Bereichen der Datenübernahme sind allerdings bis heute noch nicht endgültig abgeschlossen und weiterhin für alle Bereiche eine Herausforderung", sagt Geschäftsführer Bernd Cranen. 

Die größten Positionen im Investitionsplan 2016 betreffen die Strom- und Wasserversorgung. Insgesamt investieren die Stadtwerke 2,4 Millionen Euro in den Bereichen Strom, Gas, Wasser. Durch die erfolgreiche Stromnetzübernahme Kreiensen und der restlichen Ortschaften von Einbeck sind Mittel für die weitere Netzoptimierungen vorgesehen. In der Wasserversorgung sind Erneuerungen von Wassertransportleitungen geplant. Die größte Maßnahme betrifft Wenzen, wo die begonnenen Maßnahmen fortgeführt werden. Außerdem werden die Gas- und Wasserleitungsnetze in der Oleburg und Otto-Hahn-Straße/ Barumstraße saniert.

Der Wohnmobilparkplatz am Hallen- und Freibad ist ab sofort kostenpflichtig. Der Betrag von 5 Euro pro Tag beinhaltet einen freien Eintritt für eine Person im Schwimmbad, sagte Cranen. Die Stadtwerke hoffen, damit die Problematik der Müllentsorgung und Anfragen der Wohnmobilisten, die Duschen zu nutzen, gelöst zu haben. Das Ticket muss täglich am Kassenautomaten im Eingangsbereich des Hallen- und Freibades gezogen und gut sichtbar im Wohnmobil ausgelegt werden. Mitarbeiter des Bäderteams werden den Parkplatz täglich kontrollieren, kündigte Cranen an.

Die bereits seit geraumer Zeit bestehenden Überlegungen, ein freies WLAN für die Wohnmobilisten und die Freibadbesucher anzubieten, dauern an. Rechtliche und wirtschaftliche Fragen seien noch zu klären, sagte der Stadtwerke-Geschäftsführer. Aktuell werde eine Kombination zwischen freiem und zu bezahlendem Internet-Zugang geprüft. Die Idee ist, eine geringere Basisbandbreite kostenlos zur Verfügung zu stellen, erhöhte Bandbreiten dann aber kostenpflichtig anzubieten. Die Stadtwerke wollen in ihrem ohnehin defizitären Bäderbetrieb kein weiteres Defizit entstehen lassen.

Im Hallen- und Freibad werden die Stadtwerke neben den regelmäßig notwendigen Unterhaltungsmaßnahmen (Fliesen-, Maler- und Installationsarbeiten) in diesem Jahr rund 50.000 Euro für energetische Optimierungen und attraktivitätssteigernde Maßnahmen ausgeben, unter anderem in den Duschen- und Toilettenanlagen. Die seit Anfang Dezember angebotene Salzkammer mit Mikroklima wie am Meer werde bislang gut angenommen, viele Besucher seien neugierig auf diese Form der gesunden Entspannung, erklärte Geschäftsführer Bernd Cranen. Im Salz-Kammer-Gut wird ausschließlich Salz aus der Sülbecker Thermalsole verwendet und in feine Partikel verteilt, die Besucher können bei angenehmen Temperaturen (etwa 50°C) vergleichbar wie in einer Sauna sitzen und entspannen.

Weniger CO2 - das ist das Ziel einer europäischen Norm für kommunale Beteiligungsunternehmen. Die Stadtwerke Einbeck haben deshalb zu 100 Prozent auf Ökostrom umgestellt. Und das hundertprozentige Tochterunternehmen der Stadt Einbeck hat sich jetzt außerdem nach ISO 50001 zertifizieren lassen. "Wir wollen Vorbild sein", sagt Geschäftsführer Bernd Cranen.

Ein Energieteam, in dem Vertreter aus allen Sparten der Stadtwerke vertreten sind, hat den Energieverbrauch bewertet, Verbesserungsvorschläge gemacht und geprüft, wie diese wirtschaftlich umzusetzen sind. "Das Zertifikat zu erhalten ist nicht leicht, aber der interne Aufwand hat sich gelohnt", sagt Cranen. "Wir gehen davon aus, dass die Kosteneinsparungen durch den kontinuierlich verbesserten Energiebezug die Kosten der Zertifizierung und die internen Kosten kompensieren werden."

Bescheinigt werden dem Energieversorger eine normgerechte Umsetzung und die Wirksamkeit des eingeführten Energiemanagementsystems. Durch die im Rahmen der Zertifizierung umgesetzten Maßnahmen der Energieeinsparung profitieren die Stadtwerke durch Kosteneinsparungen und die Umwelt durch eine Verringerung des CO2-Ausstoßes. Das Managementsystem nach ISO 50001 wird jedes Jahr in Form eines Audits durch einen externen Auditor überprüft. Alle drei Jahre steht eine Rezertifizierung an.