Steinzeit-Steinklinge am Butterberg gefunden
06.03.2019, fb – Wirtschaft, Politik

Eine etwa zwölf Zentimeter lange Steinklinge aus der Jungsteinzeit haben Archäologen am Butterberg in Einbeck gefunden. "In dieser Länge ist ein solcher Fund selten", berichtet Grabungsleiterin Jana Nolle (Berlin). Auf einem etwa zwei Hektar großen Areal im Gewerbegebiet an der Schwammelwitzer Straße, das in Kürze bebaut werden soll, haben die Experten in den vergangenen drei Monaten nach Siedlungsspuren aus früheren Zeiten gesucht. Rund 500 Befunde hat das in Spitzenzeiten 14-köpfigen Archäologenteam dokumentieren können.

Neben drei Hausgrundrissen aus der Jungsteinzeit (etwa 4600 v.Chr.) und 15 Pfostenhäusern aus der Eisenzeit (etwa 500 v.Chr.) konnten die Archäologen zahlreiche Siedlungsgruben sowie prähistorische Jagdfallen untersuchen. In diesen 20 gefundenen so genannten Schlitzgruben aus der Steinzeit sollten sich Tiere verfangen, erzählt Nolle. Die Fallen sind jeweils etwa zwei Meter lang und bis zu 50 Zentimeter breit sowie trichterförmig tief gegraben gewesen.

Die Datierungen konnten die Archäologen unter anderem durch gefundene Keramik-Reste aus der Eisenzeit, einen Schleifstein und sieben entdeckte so genannte Spinnwirtel aus der Eisenzeit vornehmen. Zu den selten in dieser Länge gefundenen Gegenständen aus früheren Zeiten zählt die Steinklinge aus der Steinzeit, ein Schneidwerkzeug, das gerne nochmals geteilt wurde, berichtet Nolle.

Das Gebiet am Butterberg südlich von Einbeck gehört zu den bekannten frühen Siedlungsgebieten Einbecks. Erst im vergangenen Jahr hatten Archäologen an einer anderen Stelle des Gewerbegebietes Eisenzeit-Hausgrundrisse gefunden. Die Gegend eignete sich damals besonders gut für Siedlungen. "Es gab hier fruchtbaren Lößboden, eine leichte Hanglage, das Wasser der Ilme war in der Nähe, aber man war aber gleichzeitig vor Hochwasser geschützt", erläutert Einbecks Stadtarchäologe Markus Wehmer.