Stolpersteine in Einbeck verlegt
27.05.2017, fb – Politik, Sonstiges

Zum zweiten Mal sind in Einbeck Stolpersteine verlegt worden, mit denen an Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden soll. Außer für Menschen jüdischen Glaubens wurden erstmals auch zwei Steine für Menschen mit Behinderungen gesetzt, die umgebracht worden sind. Sie alle waren Nachbarn, sie lebten mit den anderen Einbeckern Tür an Tür. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat die insgesamt 14 mit einer gravierten Messingtafel versehenen Betonsteine an sechs Orten in Einbeck vor den letzten selbstgewählten Wohnorten in den Gehweg verlegt. Der Anstoß geht vom Initiativkreis „Stolpersteine für Einbeck“, einer Arbeitsgemeinschaft im Förderverein Alte Synagoge in Einbeck, aus. Erstmals waren im Februar 2016 in Einbeck Stolpersteine verlegt worden. Der Kölner Projektkünstler Gunter Demnig hat seit 1997 mittlerweile fast 61.000 Stolpersteine an 1100 Orte in Europa verlegt.

Nach einem kurzen Musikstück von Sonja Tonn (Akkordeon) begann Gunter Demnig mit der Verlegung. Vom Ausheben des kleinen Loches über das Einpassen bis zum Verfüllen – alles ist Teil des Projekts und wird von Gunter Demnig erledigt. In der Marktstraße begrüßte der Initiativkreissprecher Robert Stafflage die Gäste, die stellvertretende Bürgermeisterin Antje Sölter sprach ein Grußwort.

Vor dem Haus Marktstraße 5 wurden zwei Stolpersteine für Selma und Jakob Rosenberg verlegt. Vor Haus Nummer 4 in der Rabbethgestraße wurde ein Stolperstein für Rosa Steinberg verlegt. Am Altendorfer Tor 7 wurden vier Stolpersteine für Familie Fuchs verlegt. Vor dem (abgerissenen Haus) Altendorfer Straße 26 wurde ein Stolperstein für Johanne Steinberg in den Gehweg eingelassen. In der Benser Straße 1 wurde ein Stolperstein für Emilie Weimar verlegt. Vor dem Haus Marktstraße 11 sind für Familie Kayser drei Stolpersteine sowie für  Artur und Walter Goldschmidt zwei weitere Stolpersteine verlegt worden.

Die Stolpersteine sollen alltägliche Mahnmale sein, an denen man nicht vorbei gehen kann. Sie sollen die Namen der Opfer des Nationalsozialismus zurück bringen und an jedes einzelne Schicksal erinnern. Der Initiativkreis ist organisatorisch eine satzungsgemäße Arbeitsgruppe des Fördervereins Alte Synagoge in Einbeck. Er versteht sich als Antragsteller gegenüber dem Künstler Gunter Demnig und der Stadt Einbeck. Stolpersteine werden nur dann verlegt, wenn Nachfahren und Angehörige – falls vorhanden – einverstanden und nachdem heutige Hauseigentümer und Bewohner informiert sind. Die Finanzierung der 96 mal 96 Millimeter großen Stolpersteine inklusive der Verlegung wird ausschließlich durch private Spenden ermöglicht. Es werden keine öffentlichen Gelder eingesetzt. Ein Stolperstein kostet 120 Euro.

Weitere Informationen unter www.stolpersteine-einbeck.de