"Tigerente" landet im PS-Speicher
09.01.2019, fb – Wirtschaft, Freizeit

Einst diente sie vier abenteuerlustigen Studenten aus Süddeutschland als Reisefahrzeug, brachte das Quartett bis nach Sibirien. Dann stand sie elf Jahre lang in einem Schuppen in Heidelberg. Jetzt findet die "Tigerente" eine Heimat in einem der Depots des PS-Speichers in Einbeck, teilte die Kulturstiftung Kornhaus heute mit. Der Citroën 2 CV, die Ente mit Spezialdesign, soll als Dauerleihgabe im Erlebnis-Ausstellungshaus dort den Sammlungsbestand französischer Kleinwagen ergänzen.

In den nächsten Wochen bleibt die "Tigerente" auf jeden Fall als Hingucker im Foyer des PS-Speicher stehen. Darüber hinaus haben sich die vier Eigentümer der "Ente" bereit erklärt, einen Vortrag bei den Förderfreunden PS-Speicher über ihre Reise zu halten. Auch dann wird das skurrile Fahrzeug natürlich mit dabei sein. Einen Termin gibt es bislang noch nicht.

„Wir freuen uns außerordentlich über diese Dauerleihgabe“, erklärte PS-Speicher-Geschäftsführer Lothar Meyer-Mertel in einer Pressemitteilung, „weil die Ente nicht nur ein Stück Geschichte ist, sondern auch eine Geschichte erzählen kann. Und das sind für Museen natürlich immer die schönsten Stücke, weil die Exponate erst durch die damit verbundenen Erzählungen so richtig lebendig werden“. Das 36 Jahre alte Fahrzeug (Baujahr 1982) ist nach all den Jahren in einem desolaten Zustand. Dennoch soll es nicht restauriert werden - im Gegenteil soll versucht werden, die historische Substanz zu erhalten.

„Wir freuen uns, dass unsere Ente nach dieser langen Reise bis auf weiteres einen sicheren Hafen gefunden hat“, erklärte auch Michael Jan Gallner. „Als wir damals zu unserer Abenteuerreise aufbrachen, hätten wir uns im Leben nicht träumen können, dass unsere Tigerente mal im Museum landet.“ Aus den Augen werden die vier ihre alte "Ente" auch nicht verlieren. „Wir werden unsere Ente sicherlich ganz oft gemeinsam mit unseren Familien und Freunden in Einbeck besuchen kommen...!“, sagte Reisegefährte Lukas Hoffmann. Spätestens in 30 Jahren werden die vier Abenteurer wieder mit der Ente gen Osten fliegen: Sie haben sich nach der Reise vor 15 Jahren in die Hand versprochen, nach Eintritt in die Rente ihre Tour noch einmal zu wiederholen.

In einem Artikel bei „Spiegel Online“ hatte Lukas Hoffmann von den Nöten berichtet, die geliebte Citroën 2CV, im Volksmund besser als „Ente“ bekannt, fachgerecht unterzubringen. Der Grund: Papa Hoffmann, bei dem die Ente bislang untergebracht war, hatte angekündigt, den Veteran zu verschrotten, sofern er nicht bald abgeholt werden würde.

Das kam nicht in Frage, denn die besagte Ente hatte nebst einer anderen, nicht mehr erhaltenen, vier junge Männer im Jahr 2004 in einer abenteuerlichen Reise einmal quer durch Russland bis nach Sibirien und sicher wieder zurück gebracht. Viele Abenteuer erlebte das Kleeblatt auf seiner Reise, von denen die Ente bis heute beredtes Zeugnis ablegt. So zieren Unterschriften von russischen Polizeibeamten, die die Gruppe kontrollierten, die Karosse, die frei nach einer Gestaltung des Künstlers Janosch mit schwarz-gelben Streifen zur „Tigerente“ umlackiert wurde.

Auf den Hilferuf meldeten sich zahlreiche Leser aus dem In- und Ausland. Sogar aus Australien bot ein Entenliebhaber seine Hilfe an, teilte der PS-Speicher mit. Gleich mehrere Leser empfahlen den PS-Speicher als geeigneten Ort. Tatsächlich wurde auch das Oldtimer-Ausstellungshaus von einigen seiner Gäste auf den Artikel hingewiesen, und so entstand schnell der Kontakt.