Tomaten-Matsche und Straußenei auch dabei
12.01.2018, fb – Wirtschaft

Was haben Apfel-Quitten-Essig, Bodenfelder Kochkäse, Harzer Heuschwein, Tomaten-Matsche und Straußeneier gemeinsam? Diese Produkte gehören jetzt zur größer werdenden Familie des vor fast zwei Jahren gegründeten Regionalen Erzeugerverbandes Südniedersachsen. Der mittlerweile rund 100 Mitglieder starke Verein mit Sitz in Einbeck hat weitere sieben Erzeugerbetriebe aus dem Landkreis Northeim mit dem Qualitätssiegel „Kostbares Südniedersachsen“ ausgezeichnet. In Großenrode nahmen die Unternehmensvertreter die Glaubwürdigkeitsurkunden entgegen, die für zwei Jahre gelten. Die Prüfung bestanden haben die Ombofarm (Gillersheim), das KWS-Klostergut Wiebrechtshausen, Koithahns Harzer Landwurst-Spezialitäten (Hattorf/Northeim), Keeses Bauernhof (Großenrode), Käsererei Schneider (Bodenfelde), die Harz-Weser-Werkstätten Northeim und die Beermühle (Bilshausen/Northeim).

Die ersten 27 Mitglieder hatten sich im November 2016 für die Regionalmarke „Kostbares Südniedersachsen“ qualifiziert. Der sechsköpfige Qualitätsausschuss unter der Leitung von Jürgen Hoffmeister bereitet zurzeit weitere Zertifizierungen vor. Der Regionale Erzeugerverband Südniedersachsen ist ein Zusammenschluss von ländlichen Erzeugern, mittelständischen Veredelungsbetrieben und Gastronomen. Gemeinsam wollen sie das Angebot an glaubwürdigen und qualitativ hochwertigen Produkten aus der Region für den Verbraucher erfahrbar machen.

Echt, ehrlich, regional – diesen Anspruch des Erzeugerverbandes zu definieren und bei den Mitgliedsbetrieben zu überprüfen ist Aufgabe des Qualitätsausschusses. Voraussetzung dafür, die Marke zu erreichen, ist die Herkunft der Rohstoffe und die Be- und Verarbeitung: Sie muss in den Landkreisen Northeim, Göttingen/Osterode, Goslar, Hildesheim verortet sein. Ausnahmen sind möglich, die Käserei Schneider beispielsweise darf ihre Rohmilch andernorts beziehen, da es in der Region keine Molkereien mehr gibt.

Ralph Schneider beliefert mit seiner von seinem Vater 1984 gegründeten Sauermilchkäserei nach Pfälzer Rezept in Bodenfelde mit drei Kühltransportern rund 300 Supermärkte und pflegt dort regelmäßig selbst die Produkte Harz- und Kochkäse in die Regale ein.

Heike Niebuhr und Jörg Ackermann produzieren seit 2013 auf zwei Hektar an der Beermühle in Bilshausen aus selbst angebautem Bio-Obst (Äpfel, Quitten, Kirschen, Beeren, Mirabellen und Schlehen) und Honig der eigenen Imkerei so genannte Gärungsessige, die nach der zweiten Gärung drei Jahre lang lagern müssen. In Kürze soll es auch Bieressig geben.

„Werkstatt-Köstlichkeiten“ haben die Harz-Weser-Werkstätten Northeim mit ihren 400 Mitarbeitern entwickelt, seit im Gewächshaus der ehemaligen Gärtnerei Hartwig jedes Jahr rund 800 Kilo Andengold-Tomaten geerntet werden. Entstanden beim Experimentieren sind Tomatensaucen (kreativ genannt „Tomaten-Matsche“) und Ketchup sowie Fruchtaufstriche.

Alexander Friedrich züchtet Strauße, inspiriert durch einen Namibia-Aufenthalt nach der Schulzeit, seit 2012 auf seiner Ombofarm nahe Gillersheim und vermarktet deren Fleisch und Eier. 17 Strauße leben zurzeit auf der Wiese mit leichter Handlage. Etwa 30 Eier legt eine Henne pro Jahr.

Keeses Bauernhof betreibt nicht nur schon seit 30 Jahren Direktvermarktung  auf dem eigenen Hof in Großenrode und ist vor allem für seine Kartoffeln bekannt. Seit 2016 wird der 52-Hektar-Betrieb mit Weizen, Roggen, Dinkel und Zuckerrüben auf Bio umgestellt und die Mutterkuhhaltung eingeführt.

Der Traditionsbetrieb Koithan setzt auf Transparenz und achtvollen Umgang mit Tieren, hat ein Aufzucht- und Futterkonzept entwickelt und dabei unter anderem erkannt, dass kräuterreiches Heu gut für Schweine ist.

Bei den ersten Regionaltagen des Erzeugerverbandes am 15./16. September in Waake werden sich die Mitgliedsbetriebe und ihre Produkte präsentieren.