Verdienstkreuz und erster Einbecker Ehrenring für Karl-Heinz Rehkopf
24.08.2016, Frank Bertram – Unterhaltung, Sonstiges, Freizeit

25.08.2016, fb. Höchste Ehre für den Gründer und unermüdlichen Motor des PS-Speichers in Einbeck: Ministerpräsident Stephan Weil hat Karl-Heinz Rehkopf das Verdienstkreuz 1. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens verliehen – für seinen langjährigen, herausragenden Beitrag für das Gemeinwesen. „Sie haben sich um unser Land, seine Menschen und seine Kultur verdient gemacht", sagte der Regierungschef. Der Rat der Stadt Einbeck hat außerdem in dieser Woche einstimmig beschlossen, den 79-Jährigen mit der höchsten Würdigung der Stadt, dem Ehrenring, zu ehren – als ersten Ringträger überhaupt.

„Eine solche Wahnsinns-Auszeichnung, für mich?“, fragte Rehkopf bei der Aushändigung des Verdienstkreuzes im Trauzimmer des PS-Speichers über den Dächern der Stadt. Die Ehrung freue ihn riesig und mache ihn maßlos stolz, auch dass der Regierungschef dafür eigens nach Einbeck gekommen sei. „Diese Auszeichnung ist Ansporn, dass wir in der Erfolgsspur bleiben“, sagte Rehkopf. Die Würdigung gelte aber dem gesamten Team, den insgesamt 3000 Mitarbeitern in all seinen Unternehmungen. „Ich bin die Unruhe in meinen Vereinen, mehr nicht“, erklärte Karl-Heinz Rehkopf bescheiden. Die aus der 1972 gegründeten Teppich-Domäne Harste hervorgegangene Tedox-Gruppe beschäftigt heute in 100 Filialen rund 2400 Mitarbeiter.

Ministerpräsident Stephan Weil bekannte sich als „Teil der Fankurve des PS-Speichers“. Als er vor zwei Jahren das Oldtimer-Ausstellungshaus persönlich eröffnet habe, habe er kein Museum dieser Qualität und Brillianz erwartet. Mehr als 150.000 Besucher haben sich inzwischen die von Karl-Heinz Rehkopf in 50 Jahren zusammengetragene Sammlung historischer Motorräder und Automobile, auf der der PS-Speicher beruht, im alten Kornspeicher angesehen. Mehr als 90 Prozent der Finanzierung übernahm Rehkopf privat. Der 2009 von ihm gegründeten gemeinnützigen Kulturstiftung Kornhaus als Trägerin des PS-Speichers stellte der Unternehmer bisher rund 40 Millionen Euro aus seinem Vermögen zur Verfügung. Als Privatperson habe Karl-Heinz Rehkopf zudem erhebliche Beträge in die Erhaltung von Baudenkmälern investiert, sagte Weil.

Der 79-Jährige engagiere sich im gesellschaftlichen Leben, beispielsweise beim Erhalt des Bürgerspitals oder bei dem sozialen Unternehmen Seminar- und Gästehaus Einbecker Sonnenberg in Negenborn, das auch behinderte Mitarbeiter beschäftige. Außerdem gehe die inzwischen überregional Nachahmer findende Aktion „Sch(l)aufenster", die Leerstände in Einbecker Geschäften verschönert, auf seine Initiative zurück. „Einer Stadt, die solche Bürger hat, kann man nur gratulieren“, sagte der Ministerpräsident. „Sie haben viel für die Gemeinschaft getan.“ Da könne ein Orden wie das Verdienstkreuz nur ein kleines Dankeschön dafür sein.