Wertholzsubmission: Eichenpreis auf Rekordniveau
13.01.2017, fb – Wirtschaft

Ein historischer Höchststand des Eichenpreises, ein qualitätsbedingt gesunkener Durchschnittspreis bei Esche und ein anhaltend hohes Käuferinteresse haben die diesjährige Buntlaub- und Eichenwertholzsubmission der Landwirtschaftskammer und der Landesforsten charakterisiert. 580 Euro pro Festmeter (Fm) Eiche und damit sechs Prozent mehr als im vergangenen Jahr markieren einen neuen Höchststand in der 25-jährigen Tradition der Wertholzsubmission im Bereich Northeim, sagte Forstamtsleiter Michael Degenhardt.

Insgesamt war das Holzangebot mit 4307 Festmeter um 50 Prozent höher als im Vorjahr (2889 Fm). Ein Festmeter (Fm) entspricht einem Kubikmeter Holz. Dominierende Holzart war mit 2218 Fm die Eiche, gefolgt von der Esche mit 1839 Fm.

Die Resonanz sei wieder sehr gut gewesen, sagte Degenhardt. Es haben 36 (Vorjahr: 39) Holzkäufer aus Deutschland, Polen und Dänemark insgesamt 12.888 Gebote (Vorjahr: 9912) abgegeben. Das sind 7,5 Gebote pro Los (Vorjahr: 9,2). Ein Los ist eine Verkaufseinheit und kann aus einem oder mehreren Stämmen bestehen. 99 Prozent des Holzes konnten verkauft werden.

Der Gesamtumsatz lag bei 1.736.456 Euro (Vorjahr: 1.165.751 Euro), was über alle Holzarten einem durchschnittlichen Erlös von 405 Euro/Fm (Vorjahr 396 Euro/Fm) entspricht.

Die teuerste Eiche brachte 1248 Euro je Festmeter. Interessant war laut Degenhardt das Angebot an so genannten Katzenpfoteneichen. Das sind Eichen mit Beulen und feinen Ästchen, die ein sehr begehrtes Furnierbild geben. Die eigentlich für die Sägewerke minderwertigen Eichen wurden mit bis zu 487 Euro pro Festmeter verkauft.

Auch die Esche war gefragt. Der Durchschnittspreis ist jedoch wegen schlechterer Qualitäten auf 217 Euro je Festmeter und somit auf das Niveau des Jahres 2015 gesunken.

Da Kirschen- und Bergahornholz derzeit nicht in Mode ist, wurden nur sehr wenige Stämme angeboten. Dennoch war die „Braut der Submission“, das heißt der teuerste Stamm, ein Bergahorn. Er wies eine so genannte Riegelung auf. Das ist eine seltene Veränderung des Holzfaserverlaufs, die bei Furnierkäufern sehr beliebt ist. Der Bergahorn aus einer Forstgenossenschaft erbrachte 3.112 Euro je Festmeter.

Auch Lindenstämme wurden angeboten und gut beboten. Der Durchschnittspreis lag hier bei 121 Euro je Festmeter. Gefragt waren auch die auf dem Lagerplatz in Vogelbeck angebotenen Lärchen- und Douglasienstämme. Für gute Lärche wurden im Durchschnitt 219 Euro je Festmeter und für Douglasie 207 Euro je Festmeter und damit deutlich mehr als im Vorjahr geboten. Eine besonders gute Lärche aus dem Privatwald Südniedersachsens wurde sogar für 512 Euro je Festmeter an die Furnierindustrie verkauft.

Bei der jährlichen Wertholzsubmission arbeitet das für den Privatwald zuständige Landwirtschaftskammer-Forstamt Südniedersachsen Hand in Hand mit den niedersächsischen Landesforsten. Der Holzlagerplatz Vogelbeck gehört mit einer Fläche von rund sechs Hektar und einer Lagerkapazität von etwa 3000 Fm zu den größten Wertholzplätzen Deutschlands. Eigentümer ist die Holzlagerplatz Vogelbeck GbR mit den Gesellschaftern Forstbetriebsgemeinschaft Northeim und Forstbetriebsgemeinschaft Südhannover. Eine Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Waldbesitzern. Vorsitzende der FBG sind Hilmar von Petersdorff-Campen (FBG Northeim etwa 8000 Hektar Mitgliedsfläche) und Dr. Bernd von Garmissen (FBG Südhannover etwa 18000 Hektar Mitgliedsfläche).