SEHENSWERTES UND GESCHICHTE

Wer Einbeck hört, denkt entweder an Bier oder an die vielen Fachwerkhäuser in der Stadt nahe Harz und Weser am Rande des Sollings. Beides hat durchaus Berechtigung, denn beides kennzeichnet die ehemalige Hansestadt.

Da ist zum einen das malerische, bestens erhaltene mittelalterliche Zentrum mit den zum Teil ganze Straßenzüge einnehmenden 400 farbenprächtigen restaurierten, reich verzierten Fachwerkbauten. Sie stammen alle aus der Zeit nach dem großen Brand von 1540 und zeugen von dem ehemaligen Reichtum Einbecks.

Schon vor 600 Jahren feierte in Einbeck die Braukunst Triumphe. Die Einbecker Brauer erfanden im 13. Jahrhundert die Methode, das süffige, aber schnell verderbende Getränk durch Hopfung geschmacklich anzureichern und haltbarer zu machen. Das ”Ainpöckisch Bier” wurde transportfähig und sogar bis nach Bayern exportiert. Wenig später war ”Bockbier” in aller Munde, der wirtschaftliche Aufstieg begann. 1600 gab es 700 brauberechtigte Häuser. 

Einbeck hat noch mehr zu bieten. Die Highlights unserer Stadt haben wir Ihnen mit einigen Hintergrundinformationen für Sie zusammengestellt.

Einbeck ist heutzutage unter anderem für das Einbecker Bier bekannt. Aber schon in der Geschichte spielte das Bier eine essentielle Rolle. Denn es beeinflusste nicht nur den Baustil der Altstadt, sondern war ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft. Und noch heute stößt man in der historischen Altstadt auf die Einbecker Bierhistorie.

Die Geschichte des Einbecker Bieres wird durch den Einbecker Bierpfad anschaulich gestaltet. Der Rundgang von ca. 2,3 km Länge wird von Bierfass-Displays mit interessanten Informationen in Wort und Bild begleitet, welche entlang der Route aufgestellt worden sind. Folgen Sie dem selbsterklärenden Pfad entlang der Fass-Spur und tauchen Sie ein in die Jahrhunderte alte Einbecker Biergeschichte!

Und noch mehr Geschichte

Einbeck ist eine vom Mittelalter geprägte Stadt, die ihre Blütezeit im 15. Und 16. Jahrhundert hatte. Die Anfänge der Stadt Einbeck reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück, als sich um einen kirchlichen Gründungskern eine bürgerliche Ansiedlung zu bilden begann. Bis zum 13. Jahrhundert wurden Befestigungen um die Stadt errichtet, in deren Inneren sich sein historisches Erscheinungsbild mit Kirchen und Bürgerhäusern zu formen begann.

Um 1240 erhielt Einbeck durch die Söhne Heinrichs des Löwen Stadtrechte. Von den welfischen Landesherren erwarb der Rat der Stadt wichtige Selbstverwaltungsrechte, wie das Münzprägerecht, die Rechtsprechung im Gericht und das Recht, mit benachbarten Städten und der Hanse Schutzverträge zur Sicherung der eigenen Selbstständigkeit abzuschließen. 

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich Einbeck zu einer der größten Städte der Gegend. Mit seinen 6000 Einwohnern gehörte es zu den größten Städten Niedersachsens; Göttingen hatte etwa die gleiche Größe, Hannover war um etwa 1000 Einwohner kleiner. 

Die Einbecker Bürger betrieben vor allem mit den Erzeugnissen des örtlichen Braugewerbes einen weitreichenden und gewinnbringenden Handel, der sich über den gesamten Norddeutschen Raum bis nach Skandinavien, ins Baltikum und ebenso nach Süddeutschland erstreckte. Der durch das Braugewerbe in die Stadt gekommene Reichtum bildete die Voraussetzung für die von den Bürgern erstellten prachtvollen Fachwerkhäuser und die großen Gemeinschaftsbauten sakraler und profaner Art. Diese fielen jedoch im Jahre 1540 einer furchtbaren Feuersbrunst zum Opfer, die die ganze Stadt vernichteten. Nur neun Jahre später, im Jahr 1549, vernichtete ein zweiter großer Brand Zweidrittel der bis dahin wieder aufgebauten Bürgerhäuser. Außer den Kirchen und der Stadtbefestigung wurden sämtliche Wohnbauten vernichtet. Mit großer Tatkraft begann die Bürgerschaft mit dem Wiederaufbau, so dass auf dem alten Stadtgrundriss das spätmittelalterliche Stadtbild entstand. 

Mit Beginn des 30jährigen Krieges endete Einbecks rege Handelstätigkeit. Die Bevölkerung verringerte sich um mehr als die Hälfte. Einbeck sank zu einem unbedeutenden Landstädtchen herab, das in enger Abhängigkeit zu seinen Landesherren stand. 

Erst zum Ende des 18. Jahrhunderts, nach den Wirren des Siebenjährigen Krieges, erholte sich die Stadt. Sein neuer Wohlstand basierte in erster Linie auf dem blühenden Textilgewerbe, das im 19. Jahrhundert durch Spinnereien und Webereien erweitert wurde. Neben neu entstehenden Gewerben wie einer Tapetenfabrik und einer Zuckerfabrik, erlebte auch das Braugewerbe neuen Aufschwung. 

Das ausgehende 19. Jahrhundert wurde in Einbeck in besonderem Maße von August Stukenbrok geprägt, der das erste Versandhaus Deutschlands gründete. Daraus entstand eine bedeutende, blühende Fahrradindustrie, die noch bis Mitte der 1990er Jahre existierte. 

Heute weist Einbeck eine Vielzahl vornehmlich mittelständischer Unternehmen auf, die europaweit, zum Teil sogar weltweit ihre Produkte vermarkten. Von verschiedenen Zulieferbetrieben, über Maschinen- und Gerätebauunternehmen bis hin zur traditionsbewussten Einbecker Brauerei bietet Einbeck auch industriell eine große Vielfalt. Eine herausragende Stellung nimmt die KWS-Kleinwanzlebener Saatzucht AG ein, die weltweit zur Spitzengruppe der Pflanzenzuchtunternehmen gehören.